KANZLEI LABITZKE

Ihr vertrauenswürdiger Partner im Erbrecht. Wir begleiten Sie bei Nachlassangelegenheiten, Testamentsfragen und Erbschaftsangelegenheiten.

Stephan Labitzke

Rechtsanwalt,
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Kind enterben da kein Kontakt: Rechtliche Grundlagen und Konsequenzen

Enterbung ist ein sensibles Thema, das oftmals dann auftaucht, wenn familiäre Bande zerrissen sind. Im Erbrecht besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Angehörige zu enterben, jedoch entspricht der bloße Mangel an familiärem Kontakt nicht den gesetzlichen Anforderungen für eine Enterbung. Kinder haben in Deutschland einen gesetzlich verankerten Pflichtteil am Nachlass ihrer Eltern, den sie auch bei einer Enterbung beanspruchen können. Die Entscheidung, ein Kind zu enterben, ist komplex und erfordert eine umfassende rechtliche Beratung, um die Konsequenzen zu verstehen und den Willen des Erblassers angemessen im Testament zu verankern.

Sie möchten ein Kind enterben da kein Kontakt besteht? Wir sind uns der Komplexität dieser Angelegenheit bewusst und stehen unseren Mandanten mit unserer Fachkompetenz im Erbrecht zur Seite. Durch eine sorgfältige Planung und die Gestaltung eines rechtssicheren Testaments können wir helfen, den letzten Willen unserer Klienten umzusetzen und dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten. Unsere Expertise und Erfahrung auf diesem Gebiet ermöglicht es uns, auch in schwierigen familiären Konstellationen praktikable und rechtlich haltbare Lösungen zu finden. 

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste im Überblick

Grundlagen des Erbrechts

In unserer Praxis widmen wir uns der Klärung von Fragen rund um das Thema „Kind enterben da kein Kontakt“. Die Grundlagen des Erbrechts sind essentiell, um zu verstehen, welche Rechte Erblasser und potentielle Erben haben, und welche gesetzlichen Regelungen bei einer Enterbung zu beachten sind.

Erbfolge und Pflichtteilsrecht

Die gesetzliche Erbfolge in Deutschland tritt in Kraft, wenn der Verstorbene kein Testament oder Erbvertrag hinterlassen hat. In einem solchen Fall bestimmt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), welche Verwandten als Erben in Betracht kommen. Zu den Erben erster Ordnung zählen die direkten Abkömmlinge des Verstorbenen, also Kinder und Enkelkinder.

Haben Erblasser das Bedürfnis, nahe Verwandte wie Kinder von der Succession auszuschließen, können sie dies durch ein Testament bewirken. Dieser Akt wird als Enterbung bezeichnet. Jedoch hat das enterbte Kind in der Regel einen Pflichtteilsanspruch. Der Pflichtteil entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils und sichert dem enterbten Kind einen finanziellen Mindestanspruch zu.

Begriffsdefinitionen: Enterbung und Pflichtteil

  • Enterbung: Ein Akt, durch welchen der Erblasser in einem Testament oder Erbvertrag eine Person gezielt von der Erbfolge ausschließt. Eine vollständige Enterbung ist jedoch nach deutschem Recht nicht ohne Weiteres umsetzbar, weil nahe Angehörige, insbesondere Kinder, ihren Pflichtteil geltend machen können.
  • Pflichtteil: Ein gesetzlich garantierter Mindestanteil des Nachlasses, der bestimmten nahen Verwandten (Kindern, Ehegatten, Eltern) auch im Falle einer Enterbung zusteht. Der Pflichtteilsanspruch bemisst sich auf die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Wir stehen Ihnen zur Seite, um Ihren individuellen Anspruch zu bewerten und Sie durch den Prozess der Enterbung zu begleiten oder Ihnen zu Ihrem Pflichtteil zu verhelfen.

Rechtliche Konsequenzen der Enterbung

Die Enterbung eines Kindes hat tiefgreifende Auswirkungen auf die gesetzliche Erbfolge und insbesondere auf den Pflichtteil des enterbten Kindes. Wir betrachten die konkreten rechtlichen Konsequenzen, die eine solche Entscheidung nach sich zieht.

Auswirkungen auf das enterbte Kind und dessen Pflichtteil

Ein enterbtes Kind verliert seinen direkten Anspruch auf einen Erbteil am Nachlass. Es hat jedoch grundsätzlich immer noch einen Pflichtteilsanspruch, der sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beläuft. Der Pflichtteil stellt damit eine gesetzliche Mindestbeteiligung des Kindes am Nachlass sicher.

  • Pflichtteil: 50% des Wertes des gesetzlichen Erbteils
  • Pflichtteilsrecht: Recht auf finanziellen Ausgleich, keine Sachwerte
  • Pflichtanteil: Berechnungsgrundlage für den Pflichtteilsanspruch

Rechtliche Schritte und Ansprüche des Kindes

Das enterbte Kind kann seinen Pflichtteilsanspruch gerichtlich durchsetzen, sollte dies notwendig sein. Dafür muss es den entsprechenden Pflichtteilsanspruch innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis des Erbfalls geltend machen.

  • Frist: Einhaltung einer dreijährigen Verjährungsfrist
  • Beweislast: Liegt beim enterbten Kind für die Höhe des Pflichtteils
  • Durchsetzung: Möglichkeit der gerichtlichen Einforderung des Pflichtteils

Unser Ansatz ist es, Sie durch diesen Prozess zu führen und sicherzustellen, dass Ihre Rechte in vollem Umfang gewahrt werden.

Gestaltung des Testaments

Beim Erstellen eines Testaments, das den Ausschluss eines Kindes vom Erbe vorsieht, sind präzise Formulierungen und eine rechtssichere Gestaltung unerlässlich. Hierbei kann das sogenannte Negativtestament zum Einsatz kommen, bei dem explizit festgehalten wird, wer von der Erbfolge ausgeschlossen sein soll.

Testamentsformulierungen und Rechtssicherheit

Es ist entscheidend, im Testament eindeutige und unmissverständliche Formulierungen zu nutzen, um die gewollte Erbfolge und den Ausschluss bestimmter Personen zu gewährleisten. Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden:

  • Konkretisierung: Die Person, die enterbt werden soll, muss eindeutig benannt werden.
  • Verteilung des Nachlasses: Eine detaillierte Aufteilung des Nachlasses auf die begünstigten Erben sollte erfolgen.
  • Negativtestament: Hiermit wird ausdrücklich festgehalten, wer von der Erbfolge ausgeschlossen ist.

Die Beachtung von Formvorschriften ist hierbei unumgänglich. Ein Testament kann handschriftlich oder notariell beurkundet erstellt werden. Die notarielle Beurkundung bietet den Vorteil der rechtlichen Beratung und Sicherstellung, dass das Testament den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Notwendigkeit anwaltlicher Beratung

Wir empfehlen dringend, sich bei der Gestaltung eines Testaments, das den Kontakt zu einem Kind unterbricht, anwaltlich beraten zu lassen. Unsere Expertise umfasst:

  • Prüfung auf rechtliche Schwachstellen: Unsere Anwälte analysieren Ihr Testament auf eventuelle Risiken.
  • Beratung zum Pflichtteilsverzicht: Unter bestimmten Umständen kann ein Pflichtteilsverzicht in Betracht gezogen werden. Wir klären Sie über die Möglichkeiten und die rechtlichen Konsequenzen auf.
  • Erstellung des Berliner Testaments: Für Ehepartner bieten wir die Erarbeitung eines Berliner Testaments an, welches eine gegenseitige Absicherung und einfache Handhabung der Erbfolge ermöglicht.

Um sicherzustellen, dass Ihr letzter Wille nach Ihren Vorstellungen umgesetzt wird, stehen wir Ihnen mit unserer fachlichen Kompetenz zur Seite.

Unsere Dienstleistungen und Beratungsangebote

Wenn Sie vor der schwierigen Entscheidung stehen, ein Kind von der Erbfolge auszuschließen, stehen wir Ihnen mit fachkundiger Beratung zur Seite. Unsere Kanzlei spezialisiert sich auf Erbrecht und bietet Ihnen umfassende Unterstützung im Hinblick auf die Enterbung.

Beratung zum Enterbungsprozess: Wir erläutern Ihnen den rechtlichen Rahmen und unterstützen Sie bei der Erstellung eines rechtsgültigen Testaments.

  • Individuelle Strategien: Erarbeitung von Maßnahmen, um den Pflichtteil zu minimieren.
  • Vermögensaufstellung: Professionelle Aufstellung und Bewertung Ihres Vermögens.

Rechtliche Vertretung: Als erfahrene Rechtsanwälte vertreten wir Ihre Interessen im Erbfall konsequent.

  • Mediation: Hilfe bei Konfliktlösungen innerhalb der Familie.
  • Pflichtteilsrecht: Beratung zu Pflichtteilsansprüchen und deren Geltendmachung.

Kontaktieren Sie uns:
Unsere Kanzlei steht Ihnen offen für eine Erstberatung oder weiterführende Unterstützung.

  • Erreichbarkeit: Persönliche Termine nach Vereinbarung, telefonische und digitale Beratung.
  • Transparenz: Klare Kostenstruktur ohne versteckte Gebühren.

Wir sind Ihr zuverlässiger Partner, wenn es um die delikate Situation der Enterbung eines Kindes bei fehlendem Kontakt geht. Mit uns erhalten Sie professionelle und ethisch fundierte Rechtsberatung, die Ihnen hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Häufig gestellte Fragen

Ein Kontaktabbruch allein ist nach deutschem Erbrecht kein direkter Grund für eine Enterbung. In einem Testament können Erblasser jedoch frei bestimmen, wer als Erbe eingesetzt wird, sofern nicht der Pflichtteil der nächsten Angehörigen verletzt wird.

Ja, Schenkungen können dazu führen, dass das zu vererbende Vermögen reduziert wird. Allerdings sollten solche Schenkungen sorgfältig geplant werden, um mögliche Pflichtteilsansprüche nicht zu gefährden. Zudem gibt es Pflichtteilsergänzungsansprüche, die bei Schenkungen innerhalb von 10 Jahren vor dem Erbfall zum Tragen kommen können.

Auch wenn kein Kontakt zum leiblichen Vater bestand, hat das Kind in Deutschland Anspruch auf den Pflichtteil, sofern es enterbt wurde. Dieser Pflichtteil entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Ja, das Kind hat das Recht, den Pflichtteil einzufordern, selbst wenn es vorher keinen Kontakt zum Erblasser hatte. Die Höhe des Pflichtteils hängt vom Wert des Nachlasses und der Anzahl der Erbberechtigten ab.

Die Information über eine Enterbung erhält man in der Regel durch das Nachlassgericht oder einen Erben, wenn das Testament eröffnet wird. Als Enterbter sollte man prüfen, ob ein Pflichtteilsanspruch besteht und gegebenenfalls rechtliche Schritte zur Durchsetzung des Anspruchs einleiten.