KANZLEI LABITZKE
Ihr Anwalt für Arbeitsrecht

Wir sind Ihr Ansprechpartner in allen arbeitsrechtlichen Fragen. Egal ob Kündigungen, Arbeitsverträge, Abfindungen oder Abmahnungen. Wir sind für Sie da!

Stephan Labitzke

Rechtsanwalt,
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Darf man während Krankheit gekündigt werden? – Rechte und Grenzen im Arbeitsrecht

Wenn man krankgeschrieben ist, stellt sich oft die Frage, unter welchen Umständen eine Kündigung durch den Arbeitgeber rechtens ist. Es herrscht die weit verbreitete Annahme, dass eine Kündigung während einer Krankheit grundsätzlich unzulässig sei. Diese Vorstellung ist jedoch nicht korrekt. Das Kündigungsschutzgesetz bietet zwar einen gewissen Schutz, allerdings sind krankheitsbedingte Kündigungen unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Es ist eine Abwägung der Umstände des Einzelfalls notwendig, um zu bestimmen, ob eine Kündigung während der Krankheit gerechtfertigt ist.

In Deutschland kann Arbeitsverhältnissen prinzipiell auch während einer Krankheit gekündigt werden. Dies setzt allerdings voraus, dass bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen eingehalten werden. Faktoren, wie die Dauer der Krankheit, die Prognose sowie betriebliche Erfordernisse, spielen bei der Beurteilung einer solchen Kündigung eine Rolle. Die Rechte der Arbeitnehmer sind hierbei ebenso zu beachten, denn es existieren Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, die dem Erhalt der finanziellen Sicherheit dienen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste im Überblick

Grundlagen des Kündigungsschutzes bei Krankheit

Im Arbeitsrecht nimmt der Kündigungsschutz bei Krankheit eine zentrale Rolle ein. Wir klären Sie über die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf und erläutern die Besonderheiten, die bei einer krankheitsbedingten Kündigung zu beachten sind.

Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) bildet die Grundlage für den Kündigungsschutz in Deutschland. Es schützt Arbeitnehmer vor willkürlichen oder ungerechtfertigten Entlassungen. Nach diesem Gesetz ist eine Kündigung nur dann sozial gerechtfertigt, wenn sie durch Gründe in der Person (personenbedingte Kündigung), im Verhalten des Arbeitnehmers oder durch betriebliche Erfordernisse bedingt ist und eine Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers ausfällt.

Besonderheiten bei Krankheit und krankheitsbedingter Kündigung

Eine krankheitsbedingte Kündigung kann unter strengen Voraussetzungen rechtens sein. Maßgeblich sind hierbei drei Kriterien:

  1. Die negative Gesundheitsprognose, welche andauert und zukünftige Fehlzeiten erwarten lässt,
  2. Eine erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen durch die Krankheit,
  3. Eine Interessenabwägung, die ergibt, dass die Kündigung trotz der Krankheit sozial gerechtfertigt ist.

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist also nur möglich, wenn diese auf einer fundierten Prognose beruht und nachweislich die betrieblichen Abläufe oder die wirtschaftliche Situation des Unternehmens schwerwiegend beeinträchtigt.

Krankheit als Kündigungsgrund: Rahmenbedingungen

Eine Kündigung während der Krankschreibung ist nicht per se unzulässig. Es müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit eine solche Kündigung rechtskräftig ist. Die folgenden Punkte müssen Arbeitgeber beachten:

  1. Arbeitsunfähigkeit allein ist kein Kündigungsgrund. Erst wenn eine negative Prognose hinsichtlich der zukünftigen Arbeitsfähigkeit besteht, kann dies in Betracht gezogen werden.
  2. Die Kündigungsfrist muss eingehalten werden, außer im Falle einer fristlosen Kündigung, welche wiederum triftige Gründe erfordert.
  3. Für jede Kündigung muss das Prinzip der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Dies bedeutet, dass eine Kündigung das letzte Mittel sein sollte, wenn keine anderweitigen Lösungen gefunden werden können.

Bezüglich fristloser Kündigungen in der Krankheit ist zu beachten, dass diese nur bei schwerwiegenden Verstößen des Arbeitnehmers gegen arbeitsvertragliche Pflichten – wie etwa Treuwidrigkeiten – rechtens sind.

Beispiel für eine zulässige fristlose Kündigung bei Krankheit:

  • Arbeitnehmer A meldet sich häufig krank und es besteht der begründete Verdacht, dass er die Arbeitsunfähigkeit nur vortäuscht.

Unzulässig wäre hingegen eine Kündigung, die sich allein auf die Tatsache der Krankheit stützt, ohne weitere negative Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis nachzuweisen.

Ein unzulässiger Kündigungsgrund:

  • Arbeitnehmer B ist erkrankt und kann seine Tätigkeit vorübergehend nicht ausführen, es wird aber eine baldige Genesung erwartet.

Es ist wichtig, dass Arbeitnehmer, die während einer Krankschreibung eine Kündigung erhalten haben, ihre Rechte kennen und prüfen lassen, ob die Kündigung rechtmäßig ist. Wir von Kanzlei Labitzke stehen Ihnen für eine eingehende Beratung zur Verfügung.

Rechte der Arbeitnehmer und Schutzmaßnahmen

Wenn Sie krankgeschrieben sind, besteht ein Schutz vor Kündigungen, der allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Wir zeigen Ihnen die Details Ihrer Rechte und wie Sie sich im Falle einer unrechtmäßigen Kündigung wehren können.

Arbeitsrechtliche Ansprüche und Lohnfortzahlung

Als Arbeitnehmer haben Sie im Krankheitsfall das Recht auf Lohnfortzahlung für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen, sofern Sie nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig zur Krankheit beigetragen haben. Innerhalb dieser Zeit kann Ihr Arbeitsverhältnis grundsätzlich auch während der Krankschreibung gekündigt werden; es gelten aber besondere Schutzvorschriften. Die Lohnfortzahlung endet, wenn das Beschäftigungsverhältnis endet.

Nach Ablauf der sechs Wochen haben Sie unter Umständen Anspruch auf Krankengeld, welches von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt wird. Während der Probezeit gelten allerdings vereinfachte Kündigungsregeln. Sollten Sie im Rahmen einer Kündigung eine Abmahnung erhalten, ist es ratsam, diese rechtlich prüfen zu lassen.

Vorgehen bei unrechtmäßigen Kündigungen

Im Falle einer Kündigung während einer Krankschreibung haben Sie das Recht, das Arbeitsgericht anzurufen. Für eine Kündigung während einer Krankheit muss der Arbeitgeber triftige Gründe vorweisen, die nicht mit der Krankheit in Verbindung stehen – wie zum Beispiel betriebsbedingte Kündigungen. Sollte Ihr Arbeitsverhältnis seit mindestens sechs Monaten bestehen, greift das Kündigungsschutzgesetz, welches Sie vor willkürlichen Kündigungen schützt. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Rechte geltend zu machen und prüfen mögliche Unstimmigkeiten in der erhaltenen Kündigung.

Unterstützung durch die Kanzlei Labitzke

Als spezialisierte Rechtsanwälte im Arbeitsrecht setzen wir uns für Ihre Rechte ein. Wir prüfen die Zulässigkeit Ihrer Kündigung und unterstützen Sie bei der Einreichung einer Kündigungsschutzklage, wenn diese ungerechtfertigt sein sollte. Im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements beraten wir zu Ihren Möglichkeiten und stehen Ihnen zur Seite, falls es zu Diskrepanzen kommt.

  • Kündigungsfristen: Wir prüfen, ob alle Fristen eingehalten wurden.
  • Aufhebungsvertrag: Bevor Sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, klären wir Sie über die Konsequenzen auf.
  • Abfindung nach Kündigung: Wir verhandeln für Sie eine angemessene Abfindung, falls zutreffend.

Dienstleistungen für Arbeitnehmer mit Kündigung während Krankheit

Wenn Sie während einer Krankheit eine Kündigung erhalten haben, beraten wir Sie umgehend zu Ihren nächsten Schritten. Wir wissen, wie belastend eine Kündigung in einer solch schwierigen Situation sein kann, und arbeiten daran, Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen.

  • Persönliche Beratung: Wir besprechen Ihren individuellen Fall und erarbeiten eine maßgeschneiderte Strategie.
  • Vertretung vor Gericht: Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, vertreten wir Sie kompetent und zuverlässig.

Unser Ziel ist es, dass Sie während einer Krankheit nicht benachteiligt werden und Ihre Rechte vollumfänglich gewahrt bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Eine Kündigung während einer Krankheit ist grundsätzlich möglich. Dies gilt sowohl für ordentliche als auch für außerordentliche Kündigungen. Dabei müssen allgemeine Kündigungsschutzvorschriften und die jeweilige individuelle Situation des Arbeitnehmers berücksichtigt werden.

Erhalten Sie während einer Krankheitsphase eine Kündigung, steht Ihnen das Recht zu, innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage zu erheben. Weiterhin bleibt Ihr Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für die gesetzlich vorgesehene Dauer bestehen.

Ein genereller Anspruch auf Abfindung besteht bei Kündigung während der Krankheit nicht. Ob eine Abfindung gezahlt wird, hängt von der individuellen Vereinbarung oder einem gerichtlichen Vergleich ab.

Nach Erhalt einer Kündigung während der Krankheitsphase sind Sie verpflichtet, sich umgehend beim Arbeitsamt arbeitssuchend zu melden. Das gilt auch dann, wenn Sie aktuell noch krankgeschrieben sind.

Der Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse bleibt durch die Kündigung unberührt, solange die Arbeitsunfähigkeit ärztlich bescheinigt ist. Die Kündigung selbst hat keinen direkten Einfluss auf den Anspruch auf Krankengeld.