KANZLEI LABITZKE
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Stephan Labitzke

Rechtsanwalt,
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Berliner Testament Erbschaftssteuer: Effiziente Steuergestaltung für Erben

Das Berliner Testament ist eine verbreitete Form der letztwilligen Verfügung für Ehepartner in Deutschland. Dabei setzen sich die Ehegatten gegenseitig als Erben ein und bestimmen die gemeinsamen Kinder als Schlusserben nach dem Tod des länger lebenden Partners. Diese Regelung hat den Vorteil, dass Erbstreitigkeiten vermieden werden und der überlebende Ehepartner finanziell gut abgesichert ist.

Allerdings gibt es bei der Anwendung eines Berliner Testaments steuerliche Aspekte zu beachten. Insbesondere kann es bei einem hohen Vermögen zu einer hohen Erbschaftssteuer kommen, da der persönliche Freibetrag für Ehepartner bei 500.000€ liegt und der darüber hinausgehende Betrag der Erbschaftsteuer unterliegt. Daher ist es wichtig, über steuerliche Strategien zur Minimierung der Erbschaftssteuer nachzudenken und sich rechtlich beraten zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste im Überblick

Grundlagen des Berliner Testaments

Das Berliner Testament ist eine Form des gemeinschaftlichen Testaments, bei dem Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Im Erbfall erbt der überlebende Partner zunächst das gesamte Vermögen, während die Schlusserben, in der Regel die gemeinsamen Kinder, erst nach dem Tod des zweiten Partners erben.

Vorteile und Zielsetzungen

Die Hauptziele des Berliner Testaments sind die Sicherstellung der Versorgung des überlebenden Ehegatten oder Lebenspartners und die häufig gewünschte Gleichbehandlung aller gemeinsamen Nachkommen. Es bietet den Vorteil, dass der überlebende Partner finanziell abgesichert ist. Zudem verhindert es, dass Vermögen im Erbfall aufgeteilt wird und die gemeinsamen Kinder frühzeitig erben, was möglicherweise unerwünscht ist.

Inhalte des Berliner Testaments

Ein Berliner Testament enthält in der Regel folgende Inhalte:

  • Einsetzung des überlebenden Partners als Alleinerben: Hiermit soll sichergestellt werden, dass der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner das gesamte Vermögen erhält und in der Verfügungsbefugnis der gemeinsamen Vermögenswerte verbleibt.
  • Festlegung der Schlusserben: Dies sind in der Regel die gemeinsamen Kinder, die nach dem Tod des zweiten Partners erben.
  • Mögliche Pflichtteilsstrafklauseln: Diese dienen dazu, im Erbfall das Vermögen entsprechend den testamentarischen Regelungen zu verteilen. Eine solche Klausel soll verhindern, dass einzelne Erben durch das Fordern des gesetzlichen Pflichtteils eine unerwünschte Aufteilung des Vermögens bewirken.


Trotz der Vorteile kann das Berliner Testament steuerliche Nachteile mit sich bringen, insbesondere im Hinblick auf die Erbschaftssteuer. Daher ist es ratsam, sich bei der Gestaltung eines solchen Testaments fachkundige Unterstützung zu suchen, um eventuelle steuerliche Belastungen zu minimieren.

Erbschaftssteuer und Berliner Testament

Die Erbschaftssteuer ist eine Steuer, die auf den Wert eines vererbten Vermögens erhoben wird. In Deutschland unterliegen Erbschaften grundsätzlich der Erbschaftssteuer, wobei verschiedene Freibeträge und Steuersätze je nach Verwandtschaftsgrad gelten. Der persönliche Freibetrag für Ehegatten liegt beispielsweise bei 500.000 €, während für Kinder ein Freibetrag von 400.000 € gilt.

Spezifische Betrachtung im Kontext des Testaments

Das Berliner Testament ist eine besondere Form der gemeinschaftlichen letztwilligen Verfügung, bei der Ehe- oder Lebenspartner sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzen und die Kinder meist als sogenannte Schlusserben nach dem Tod des länger lebenden Partners berücksichtigen. Im Zusammenhang mit der Erbschaftssteuer kann das Berliner Testament jedoch steuerliche Nachteile mit sich bringen.

Beim Tod des ersten Ehepartners fällt zunächst die Erbschaftssteuer auf das vererbte Vermögen an. Der überlebende Ehepartner erhält dabei seinen persönlichen Freibetrag von 500.000 €. Bei einem höheren Vermögen wird der darüber liegende Betrag mit dem entsprechenden Steuersatz versteuert. Beim Tod des länger lebenden Partners erben die Kinder das gesamte Vermögen, wobei ihre persönlichen Freibeträge von 400.000 € zur Verfügung stehen. In dieser Gestaltungsvariante wurde steuerineffizient auf die Ausschöpfung der persönlichen Freibeträge der Kinder im ersten Erbgang verzichtet. Dies ist vor allem bei größeren Vermögen problematisch und sollte vermieden werden.

Steuerlast und Nachlassplanung

Um die Steuerbelastung für die Erben durch die Erbschaftssteuer gering zu halten, kann es ratsam sein, im Rahmen der Nachlassplanung verschiedene Optionen zu prüfen. Dabei sollten das Vermögen, Pflichtteilsansprüche und mögliche Vermächtnisse berücksichtigt werden.

Eine Möglichkeit, die steuerlichen Nachteile des Berliner Testaments teilweise zu umgehen, besteht darin, die Kinder bereits beim Tod des ersten Partners zumindest mit ihrem Pflichtteilsanspruch zu bedenken. Auf diese Weise können die Freibeträge der Kinder optimal genutzt werden, was insbesondere bei hohen Vermögenswerten und Steuerlasten von Vorteil sein kann.

In jedem Fall empfehlen wir, eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um die persönliche Situation bestmöglich zu berücksichtigen und steuerliche Belastungen für die Erben so gering wie möglich zu halten. Dabei stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

Strategien zur Minimierung der Erbschaftssteuer

Es gibt verschiedene legale Möglichkeiten, um die Erbschaftssteuer im Zusammenhang mit einem Berliner Testament zu minimieren oder sogar zu umgehen. Zunächst möchten wir darauf hinweisen, dass Schenkungen eine Möglichkeit darstellen, um die Steuerlast zu reduzieren. Durch vorweggenommene Erbfolge können familieninterne Übergaben steuerlich optimiert werden.

Eine weitere Option ist die Nutzung von Nachlassverbindlichkeiten, die bei der Berechnung der Erbschaftssteuer abgezogen werden können. Hierzu zählen beispielsweise Schulden, die zum Zeitpunkt des Erbfalls bestanden haben, oder auch Beerdigungskosten.

Beispiele für Strategien

  • Schenkungen: Durch Schenkungen können Vermögenswerte unter Beachtung der Freibeträge bereits zu Lebzeiten auf die Erben übertragen werden. Alle 10 Jahre können diese Freibeträge erneut genutzt werden. Hierdurch kann die steuerliche Belastung für den Erbfall reduziert werden.
  • Vermächtnisse: Ehepartner können sich im Berliner Testament gegenseitig als Vermächtnisnehmer einsetzen und damit die Erbschaftssteuer vermindern. Jedoch sollten Vermächtnisse sorgfältig gestaltet sein, um etwaige finanzielle Schwierigkeiten für den länger lebenden Ehegatten zu vermeiden.
  • Immobilien: Eine Möglichkeit, die Erbschaftssteuer zu umgehen, ist die Übertragung von Immobilien als vorweggenommene Erbfolge. Eine eingetragene Grundschuld oder ein vorbehaltenes Nießbrauchsrecht kann den Wert der Immobilie senken und somit die anfallende Erbschaftssteuer reduzieren.
  • Strafklausel: Im Berliner Testament können Testamentsvollstreckung und Strafklausel vereinbart werden, um etwaige Versuche der Erben, sich gegen die erbrechtliche Regelung zu wenden, abzuwehren. Durch eine Strafklausel kann dann der Erbanspruch eines widerspenstigen Erben reduziert oder gänzlich entzogen werden.

Bedeutung der Planung und Beratung

Eine effektive Planung und rechtliche Beratung sind essentiell, um die bestmöglichen Strategien zur Minimierung der Erbschaftssteuer im Rahmen eines Berliner Testaments zu finden. Mit unserer Expertise und langjähriger Erfahrung in Fragen des Erbrechts und der Erbschaftssteuer unterstützen wir Sie dabei, auf legalem Weg das Vermögen möglichst ungeschmälert an die nächsten Generationen weiterzugeben. Dies gibt Ihnen nicht nur Sicherheit in Ihrem Handeln, sondern hilft auch, eventuellen Konflikten innerhalb der Familie vorzubeugen.

Rolle der Kanzlei Labitzke

Wir unterstützen unsere Mandanten bei allen Fragen des Erbrechts und bieten spezielle Beratung zum Thema Berliner Testament und Erbschaftssteuer. Unser Ziel ist es, individuelle Strategien und Lösungen für jede Situation zu entwickeln, um die Belastung durch Erbschaftssteuer zu minimieren oder zu umgehen.

Entwicklung eines Konzepts

Dabei achten wir darauf, wichtige Aspekte des Berliner Testaments miteinzubeziehen, wie zum Beispiel die Änderungsklausel, die es erlaubt, das Testament nach dem Tod des ersten Ehegatten anzupassen. Wir analysieren Ihre individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse sorgfältig, bevor wir Ihnen ein maßgeschneidertes Konzept zur Reduzierung oder Vermeidung der Erbschaftssteuer vorstellen. Einige der von uns empfohlenen Maßnahmen können beispielsweise sein:

  • Erstellung oder Anpassung der Testamentsgestaltung
  • Nutzung von Freibeträgen
  • Schenkungen zu Lebzeiten

Möglichkeiten der Beratung

Unsere Beratung erstreckt sich auf alle Aspekte des Berliner Testaments und der Erbschaftssteuer. Hierbei arbeiten wir Hand in Hand mit Notaren, um den Prozess für unsere Mandanten so reibungslos wie möglich zu gestalten. Wir bieten verschiedene Beratungsformate an, um den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Mandanten gerecht zu werden, wie zum Beispiel:

  • Persönliche Beratung in unserer Kanzlei
  • Telefonische Beratung für Mandanten, die weiter entfernt sind
  • Online-Beratung über Videokonferenzen für Mandanten in anderen Städten oder Ländern


Insgesamt sind wir bestrebt, Ihnen eine kompetente und umfassende Beratung im Bereich des Berliner Testaments und der Erbschaftssteuer zu bieten, um Ihre Situation bestmöglich zu unterstützen und Ihnen eine sorgenfreie Erbregelung zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Das Berliner Testament ist eine besondere Form des Testaments, bei der sich Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Erst nach dem Tod beider Partner soll das Vermögen an die Schlusserben, meist die Kinder, übergehen. Dieses Testament fördert den Vermögenserhalt innerhalb der Familie, kann aber bei der Erbschaftssteuer zu Nachteilen führen, da die Freibeträge für Kinder möglicherweise nur einmal genutzt werden können.

Um die Erbschaftssteuer zu minimieren, können Ehepartner bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte an ihre Kinder oder andere Erben verschenken, unter Beachtung der gesetzlichen Freibeträge. Eine weitere Möglichkeit ist die Einbindung von steuerlichen Freibeträgen und die Nutzung von Versorgungsfreibeträgen. Es empfiehlt sich, frühzeitig eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um die optimale Strategie zu entwickeln.

Freibeträge spielen eine entscheidende Rolle, da sie direkt beeinflussen, wie viel Erbschaftssteuer gezahlt werden muss. Beim Berliner Testament ist besonders zu beachten, dass die Freibeträge für den überlebenden Ehepartner und die Kinder optimal genutzt werden. Die strategische Aufteilung des Vermögens und die gezielte Nutzung von Freibeträgen können dabei helfen, die Steuerlast zu minimieren.

Ja, auch Nicht-Verwandte können im Rahmen eines Berliner Testaments bedacht werden, allerdings fallen für sie in der Regel höhere Erbschaftssteuersätze und niedrigere Freibeträge an. Durch geschickte Gestaltung des Testaments und eventuelle vorweggenommene Erbfolgen durch Schenkungen kann jedoch auch hier eine steuerliche Optimierung erreicht werden. Eine rechtliche Beratung ist hier besonders wichtig.

Die Erbschaftssteuer für Kinder kann sich beim Berliner Testament erhöhen, da sie das gesamte Vermögen erst nach dem Tod beider Elternteile erben und dadurch höhere Werte zu versteuern haben. Durch geschickte Planung und Nutzung von Schenkungen zu Lebzeiten können Eltern jedoch das Vermögen bereits früher übertragen und so die Steuerlast für ihre Kinder reduzieren.